256 Pages
English

Bonnard

-

Gain access to the library to view online
Learn more

Description

Pierre Bonnard (1867-1947) war der Anführer einer Gruppepostimpressionistischer Künstler, die sich selbst Nabis, hebräisch für ‚Prophet‘, nannten. Zusammen mit Malern wie Vuillard, Roussel und Denis revolutionierte er den Geist dekorativer Techniken in einer der wichtigsten Perioden in der Geschichte französischer Malerei. Die hier zusammengestellten Arbeiten zeichnen sich durch eine Vielzahl außergewöhnlicher Ausdrucksformen aus, die von dekorativ und geheimnisvoll über düster bis zu traumartig reichen. Die Autorin Nathalia Brodskaia, Kunsthistorikern der Eremitage in Sankt Petersburg, ist Expertin für den Postimpressionismus und hat umfangreiche Arbeiten über die Nabis und den Fauvismus geschrieben. Albert Kostenovich machte seinen Abschluss in Kunstgeschichte an der Universität Irkutsk in Russland und arbeitet in der Eremitage in Sankt Petersburg. Er ist einer der großen Spezialisten für den Fauvismus und die Nabis.

Subjects

Informations

Published by
Published 13 July 2015
Reads 0
EAN13 9781785250385
Language English
Document size 92 MB

Legal information: rental price per page 0.0012€. This information is given for information only in accordance with current legislation.

Bonnard
Autor: Albert Kostenevitch
Seite 4: Der Spaziergang, um 1900. Öl auf Leinwand, 38 x 31 cm. Privatsammlung.
Layout: Baseline Co. Ltd 61A-63A Vo Van Tan Street Nam Minh Long, 4. Etage Distrikt 3, Ho Chi Minh City Vietnam
© Parkstone Press International, New York, USA © Confidential Concepts, worldwide, USA Image-Bar www.image-bar.com
© Pierre Bonnard Estate / Artists Rights Society (ARS), New York, USA / ADAGP
Weltweit alle Rechte vorbehalten. Soweit nicht anders vermerkt, gehört das Copyright der Arbeiten den jeweiligen Fotografen, den betreffenden Künstlern selbst oder ihren Rechtsnachfolgern. Trotz intensiver Nachforschungen war es aber nicht in jedem Fall möglich, die Eigentumsrechte festzustellen. Gegebenenfalls bitten wir um Benachrichtigung.
ISBN: 978-1-78525-038-5
2
ıIch hoffe, dass meine Malerei ohne Sprünge halten wird. Ich möchte vor den jungen Malern des Jahres 2000 mit Schmetterlingsflügeln ankommen.„
· Bonnard zu Matisse
3
Biografie
1867: Pierre Bonnard wird in Fontenay-aux-Roses in der Nähe von Paris geboren. 1875: Bonnard besucht das Gymnasium von Vanves, danach die Gymnasien Louis-le-Grand und Charlemagne. Er verbringt die Sommermonate in Grand-Lemps in der Dauphiné. 1886: Bonnard schreibt sich an der Fakultät des Rechts der Universität von Paris ein. 1887: Er fängt an, Malerei an derAcadémie Julianzu studieren, wo er Sérusier, Denis, Ibels und Ranson kennenlernt. 1888: Bonnard bricht die Universität ab und schreibt sich an derÉcole des Beaux-Artsein, er intensiviert den Kontakt mit Vuillard und Roussel. 1890: Die Ausstellung über japanische Holzschnitte an derÉcole des Beaux-Artsbeeindruckt Bonnard nachhaltig. 1891: Bonnard teilt ein Atelier mit Vuillard und Denis in der Rue Pigalle. Nachdem er über Denis die Bekanntschaft mit Lugné-Poe, André Antoine und Paul Fort in Denis gemacht hat, fertigt er mehrere Arbeiten für das Theater an. Das Werbeplakat fürFrance-Champagne ist sein erster großer Erfolg. Bonnard stellt zum ersten Mal imSalon des Indépendants und in der GalerieLe Barc de Boutevilleaus. 1892: Sein Interesse gilt der Lithographie. Seine Werke ziehen die Aufmerksamkeit der berühmten Kritiker Albert Aurier, Gustave Geffroy und Roger-Marx auf sich. 1893: Lernt Marthe kennen (ihr richtiger Name war Marie Boursin). Er illustriertLes Petites Scènes familièresundSolfègedes Komponisten Claude Terrasse mit Lithographien. 1896: Die erste Einzelausstellung in der Galerie Durand-Ruel. Mit Vuillard und Maillol nimmt er die Einladung an, an der AusstellungLa Libre Esthétiquein Brüssel teilzunehmen.La Revue Blancheveröffentlicht den von Bonnard illustrierten RomanMarievon Peter Nansen. 1899: Vollard verlegt ein Album mit Farblithographien von Bonnard:Quelques Aspects de la vie de Paris. Bonnard arbeitet an einer großen Serie von Lithographien für Verlaines GedichtsammlungParallèlement.
5
1900: Er stellt mit anderen Nabis in der Galerie Bernheim-Jeune aus. Er arbeitet in Paris und Umgebung: Montval, lÂÉtang-la-Ville, Vernouillet und Médan. 1902: Vollard veröffentlichtDaphnis et Chloévon Longus, illustriert mit einhundertsechsundfünfzig Lithographien von Bonnard. Bonnard nimmt an einer Kollektivausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune teil. Er arbeitet den Sommer über in Colleville. 1904: Bonnard arbeitet in lÂÉtang-la-Ville und in Varangéville. Er illustriertHistoires naturellesvon Jules Renard. 1905: Er realisiert eine Serie von weiblichen Akten und Porträts. Reise nach Spanien. 1906: Er stellt seine Landschaften und Interieurs in der Galerie Vollard aus. Einzelausstellung in der Galerie Bernheim-Jeune. Den Sommer verbringt er auf der Jacht von Misia Edwards und besucht Belgien und Holland. 1908: Bonnard unternimmt Reisen nach Italien, Algerien, Tunesien sowie nach England. 1909: Er arbeitet in Médan. Im Juli besucht er Manguin in Saint-Tropez. 1910: Bonnard arbeitet im Süden Frankreichs, wo er sich mit Paul Signac und Auguste Renoir trifft. 1911: Führt auf Anfrage von Ivan Morosow das TriptychonAm Mittelmeerund die TafelnMorgen in ParisundAbend in Parisaus. 1912: Er erwirbt das Anwesen ıMa Roulotte„ bei Vernonnet in der Nähe von Giverny. Trifft sich häufig mit Claude Monet. 1913: Reise nach Hamburg mit Vuillard. 1916: Bonnard arbeitet an einer Reihe von großen Pannelen für die Galerie Bernheim-Jeune. Im November kehrt er nach Winterthur zurück. 1918: Bonnard und Renoir werden zu Ehrenpräsidenten der VereinigungLa Jeune Peinture Françaisegewählt. 1919: Fosca und Werth veröffentlichen zwei Monographien über Bonnard. 1925: Bonnard kauft ein kleines Haus in Le Cannet. Heiratet seine Marthe. 1926: Reise nach Amerika als Jurymitglied des Carnegie Preises. 1936: Bonnard erhält zum zweiten Mal den Carnegie Preis (das erste Mal 1923). 1939: Von diesem Moment an verlässt Bonnard Le Cannet nicht mehr. 1942: Tod von Marthe Bonnard. 1947: Tod von Pierre Bonnard in Le Cannet.
7
8
m Oktober 1947 veranstaltete dasMusée de lÊOrangeriein Paris eine postume Ausstellung I der Werke von Pierre Bonnard. Gegen Ende desselben Jahres erschien in der einflussreichen ZeitschriftCahiers dÊArtauf der ersten Seite eine vom Herausgeber Christian Zervos verfasste Besprechung. Die provokative Überschrift lautete: ıIst Pierre Bonnard ein großer Maler?„ Im ersten Abschnitt verleiht Zervos seinem Erstaunen Ausdruck über den großen Umfang der Ausstellung, kannte man doch bisher Bonnard nur aufgrund von seltenen und eher bescheidenen Expositionen. Er sei, so sagte Zervos, von der
Die Übung
1890 Öl auf Leinwand, 23 x 31 cm Privatsammlung
9
10
Ausstellung enttäuscht, die Werke seien es nicht wert, dass ihnen eine umfassende Ausstellung gewidmet würde:
∕ Vergessen wir nicht, dass Bonnards
Anfänge vom wunderbaren Licht des
Impressionismus erhellt sind. In mancher
Hinsicht war er der letzte Träger jener
Ästhetik. Doch war er ein schwacher Träger,
ohne großes Talent. Das überrascht kaum.
Willensschwach
und
wenig
originell,
vermochte er nicht, dem Impressionismus
einen neuen Aufschwung zu verleihen, seine
Elemente durch eine handwerkliche Basis zu
Frauen im Garten
1891 Tempera auf Leinwand, 4 Tafeln, je 160 x 48 cm Musée d’Orsay, Paris