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Poverty, vulnerability and livelihoods in small scale fishing communities in Nigeria [Elektronische Ressource] / Levison S. Chiwaula

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Poverty, Vulnerability and Livelihoods in Small Scale Fishing Communities in Nigeria Von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover zur Erlangung des Grades einer Doktor der Wirtschaftswissenschaften – Doktor rerum politicarum – genehmigte Dissertation von MA (Economics) Levison S. Chiwaula geboren am 31.12.1976, in Blantyre (Malawi) 2009 Referent: Prof. Dr. Hermann Waibel Institut für Entwicklungs- und Agrarökonomik Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Korreferentin: Prof. Dr. Ulrike Grote Institut für Umweltökonomik und Welthandel Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Tag der Promotion: Mittwoch, 16 Dezember 2009 ii To Maggie and Caleb with love iii iv Acknowledgements I am indebted to numerous individuals and institutions that supported me throughout the writing of this dissertation. To begin with, I express my heartfelt gratitude to my first supervisor Prof. Dr. Hermann Waibel first and foremost for giving me the opportunity to conduct this PhD research under his supervision. In the course of the programme, his critical comments, guidance, support, and advice has been fatherly. Special thanks also to my second supervisor Prof. Dr. Ulrike Grote for her useful comments and advice.

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Published 01 January 2009
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Poverty, Vulnerability and Livelihoods in Small
Scale Fishing Communities in Nigeria





Von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
zur Erlangung des Grades einer



Doktor der Wirtschaftswissenschaften
– Doktor rerum politicarum –


genehmigte Dissertation

von

MA (Economics) Levison S. Chiwaula

geboren am 31.12.1976, in Blantyre (Malawi)



2009
















Referent: Prof. Dr. Hermann Waibel
Institut für Entwicklungs- und Agrarökonomik
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Korreferentin: Prof. Dr. Ulrike Grote
Institut für Umweltökonomik und Welthandel
Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Tag der Promotion: Mittwoch, 16 Dezember 2009





ii





To Maggie and Caleb with love
iii
iv Acknowledgements
I am indebted to numerous individuals and institutions that supported me throughout the
writing of this dissertation.
To begin with, I express my heartfelt gratitude to my first supervisor Prof. Dr. Hermann
Waibel first and foremost for giving me the opportunity to conduct this PhD research
under his supervision. In the course of the programme, his critical comments, guidance,
support, and advice has been fatherly. Special thanks also to my second supervisor Prof.
Dr. Ulrike Grote for her useful comments and advice.
I am also thankful to the Germany Federal Ministry of Economic Cooperation and
Development (BMZ) and the World Fish Centre for the financial support through the
project on “Food security and poverty alleviation through improved valuation and
governance of river fisheries in Africa”. Without their funding, this dissertation was a
non-starter. I also thank the World Fish Centre and Dr Christophe Béné, the coordinator
of the project for continuous support and interest in my work.
Many thanks to the National Institute for Freshwater Fisheries Research (NIFFR) in
Nigeria for the support I received during my 16 month stay in Nigeria. Specifically, I am
grateful to Dr Aminu Raji, Dr Solomon Ovie and Mr Ahmadu Tafida. I also thank
Ibrahim L. Mohammed, Abubakar Guri, Daudu Haruna, Ibrahim Maje, and Abubakar
Maji for their excellent research assistance. The DFID-JWL project and the KYD-WDI
are also thanked for hosting me in Hadejia. Dr Steve Fraser and Dr Hassan Bdliya
deserve special thanks for making important decisions about my stay in Nigeria. All the
households from the Hadejia-Nguru Wetlands made my work easy during the data
collection period. I thank them all.
Many friends and colleagues from the Institute of Development and Agricultural
Economics at the Gottfried Wilhelm Leibniz University of Hannover have also been
helpful and critical to different aspects of my work. My colleague Rudolf Witt deserves a
special mention.
I do not forget the support rendered to me by Mrs Renate Nause and Mr Florian Heinrich
for administrative and technical support.
v
I also appreciate the support and guidance of Dr Daniel Jamu of World Fish Centre and
Dr Patrick Kambewa and Dr Donald Makoka of the University of Malawi.
To Maggie, Caleb, my mum and all my relatives, I appreciate your patience and
understanding. I know I have been away at the time when the family needed my presence
most.
Lastly but not least, I thank God for He has been God throughout my research.


Levison S Chiwaula
Hannover, November 2009
vi Zusammenfassug
Armut ein wohlbekanntes und lang bestehendes Phänomen innerhalb der
Bevölkerungsgruppen, die von der Inlandsfischerei abhängig sind. Trotzdem wird Fisch
oft als hochwertigeres Gut im Vergleich zu landwirtschaftlichen Produkten betrachtet.
Kleinfischerei hat den Charakter eines öffentlichen Gutes (freier oder quasi-freier Zugang
zu der Ressource), beansprucht relativ viel Arbeitskraft (Beschäftigungseffekte) und ist
zeitlich flexibel gestaltbar. Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften wird die
Kleinfischerei oft auch als Aktivität bezeichnet, die vor allem den Armen zugute kommt.
Diese stilisierten Fakten bilden den Ausgangspunkt und die Motivation dieser Studie, die
Armut und Vulnerabilität von Haushalten, die in Fischereigebieten leben, zu messen, und
die Kausalitätsbeziehung zwischen Armut und den jeweiligen Einkommensaktivitäten zu
untersuchen.
Das Ziel dieser Arbeit war es, Armut und Vulnerabilität von Haushalten im Hadejia-
Nguru Überschwemmungsgebiet in Nordost-Nigeria zu messen. Die Arbeit basiert auf
der Analyse von Primärdaten, die in vier Umfragerunden von April 2007 bis März 2008
erhoben wurden. Zur Ziehung einer repräsentativen Stichprobe von 282 Haushalten
wurde ein zweistufiges Zufallsverfahren benutzt. Zum Zeitpunkt der letzten Umfrage
reduzierte sich die Stichprobe auf 263 Haushalte. Für die statistische Auswertung der
Daten kamen verschieden ökonometrische Techniken zum Einsatz. Die Analyse ergab
einige wichtige Ergebnisse im Hinblick auf die Ziele dieser Untersuchung, die im
Folgenden kurz zusammen gefasst werden sollen.
In Kapitel drei dieser Arbeit wird ausgeführt, dass die Haushalte im Untersuchungsgebiet
oft negativen Schocks ausgesetzt sind. Die am häufigsten genannten sind: Todesfall in
der Familie, Trockenheit und Dürre, Schädlingsbefall von Kulturpflanzen, sowie soziale
Konflikte. Diese Schocks haben vor allem signifikante Auswirkungen auf die
Nahrungsmittelausgaben und damit auf die Ernährungssicherheit der Haushalte. Die
Anfälligkeit der Haushalte für bestimmte Schocks wird ebenfalls von der
Einkommenshöhe bestimmt. Arme Haushalte sind stärker von Dürren betroffen als
reichere Haushalte. Unterschiede gibt es auch im Hinblick auf die Hauptbeschäftigung
der Haushalte. Während landwirtschaftlich orientierte Familien verstärkt sozialen
Konflikten ausgesetzt sind, leiden Fischer eher durch Trockenheit. Es kann
geschlussfolgert werden, dass entwicklungspolitische Eingriffe in dieser Region vor
vii allem auch darauf abzielen sollten, die Fähigkeit der Haushalte mit Schocks umzugehen
zu stärken. Auch sollten Maßnahmen getroffen werden, um die negativen Effekte solcher
Ereignisse auf die Ernährungsunsicherheit abzumildern, z.B. durch verbesserten Zugang
zu Nahrungsmitteln.
Die Untersuchungsergebnisse in Kapitel vier haben gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit
unterhalb der Armutsgrenze zu leben saisonal variiert. So steigt die Wahrscheinlichkeit
vor allem in Zeiten der Feldbestellung und während der Trockenperioden im Jahr. In der
Zeit während und direkt nach der Ernte sinkt sie jedoch entschieden ab. Die Höhe der
saisonalen Variation hängt jedoch signifikant davon ab, welchen Einkommens-
generierenden Aktivitäten die Haushalte nachgehen, wie groß die Vermögensausstattung
ist, sowie von den sozialen und demographischen Eigenschaften der jeweiligen
Haushalte. In Verbindung mit der Tatsache, dass Schocks vor allem die
Ernährungsausgaben betreffen, lassen diese Ergebnisse schließen, dass Hunger und gsunsicherheit eine ernste Bedrohung in bestimmten Zeitperioden im Jahr
darstellen. Solche Mangelperioden resultieren vor allem in Unterernährung von Kindern
und haben somit langfristige Auswirkungen auf die Armut der gesamten Bevölkerung. Es
wird daher empfohlen, saisonalen Mangelerscheinungen durch effektive und gut geplante
Politikmaßnahmen entgegenzuwirken. Das setzt ein adäquates Verständnis der Faktoren
die die saisonale Variation des Konsums beeinflussen voraus. Wegen der Interrelation
von zwischen Einkommen und Konsum wird empfohlen, dass zu verschiedenen Zeiten
innerhalb eines Jahres verschiedene Aktivitäten verstärkt unterstützt werden sollten.
Allgemein weisen landwirtschaftlich orientierte Familien eine höhere Variation auf, als
z.B. Fischer oder Haushalte, die einen großen Teil ihres Einkommens aus
außerlandwirtschaftlichen Aktivitäten beziehen. Es wird daher empfohlen, die
Einkommensdiversifizierung, vor allem auch in Aktivitäten die weniger von
wetterbedingten Änderungen abhängig sind, zu unterstützen und zu fördern.
Es wurde ferner gezeigt, dass die zeitliche Positionierung und die Häufigkeit von
Umfragerunden in einem Mehrperioden-Datensatz Auswirkungen auf die Messung von
Armut und Vulnerabilität haben können. Die Ergebnisse belegen, dass Vulnerabilitäts-
Schätzungen grundlegend überschätzt werden können, wenn bestimmte saisonale Größen
nicht erfasst werden. Was zu einer Unterschätzung der durchschnittlichen Jahreswerte für
Konsum sowie einer Überschätzung der Varianz des Konsums führen kann. Der
viii Gebrauch von saisonalen Dummy-Variablen kann zwar die Verzerrung der
durchschnittlichen Konsumwerte reduzieren, kann jedoch die Verzerrung der
Varianzschätzung nicht korrigieren. Dieses Ergebnis zeigt, dass Umfragen zur Messung
von Armut und Vulnerabilität solche Zusammenhänge berücksichtigen und
dementsprechend vorsichtig konzipiert und geplant werden sollten. Analysten die bereits
erhobene Daten nutzen wird empfohlen, durch den Gebrauch von Dummy-Variablen
zumindest die Durchschnittswerte um die saisonalen Effekte zu bereinigen.
Im fünften Kapitel wird ein Messinstrument zur Bestimmung von Armutsvulnerabilität
auf Basis der Vermögensausstattung eines Haushalts vorgeschlagen. Das Instrument
verbindet die vermögensbasierte Armutsmessung mit dem Konzept der erwarteten
Armut. Dieses Messinstrument zerlegt erwartete Armut in verschiedene Komponenten,
nämlich strukturell-chronische, strukturell-transitorische und stochastisch-transitorische
Armut. Die Ergebnisse zeigen dass vor allem transitorische Armut vorherrschend ist, und
nur wenige Haushalte ein kurzfristig erwartetes Einkommen aufweisen, das über der
Armutsgrenze liegt. Dabei schneiden Fischer besser ab, als Landwirte sowie
außerlandwirtschaftlich orientierte Haushalte. Ein geringerer Prozentsatz der fischenden
Haushalte wird als strukturell-chronisch arm eingestuft, und viele Fischer befinden sich
sogar in der Kategorie „nicht arm“. Dagegen wird ein großer Anteil der Haushalte, die
hauptsächlich von außerlandwirtschaftlichen Aktivitäten leben, erwartungsgemäß arm
bleiben, vor allem aufgrund struktureller Ursachen (strukturell-chronische und
strukturell-transitorische Armut). Der größte Teil der Haushalte ist anfällig für Armut
aufgrund einer geringen Vermögensausstattung, sodass sogar günstige
Produktionsbedingungen nicht dazu führen können diese Haushalte dauerhaft über die
Armutsgrenze zu heben. Dieses Ergebnis plädiert daher für Politikmaßnahmen, die auf
die Stärkung von Vermögensakkumulation (vor allem Wertgegenstände die im
Produktionsprozess eingesetzt werden) sowie auf die Steigerung der Produktivität
abzielen. Letzteres kann zum Beispiel durch technologischen Fortschritt und
Investitionen in Humankapital erzielt werden.
Die Ergebnisse in Kapitel sechs bieten Entscheidungsträgern Informationen bezüglich der
erwarteten Reaktion der Haushalte auf Veränderungen in den Randbedingungen
ökonomischen Handelns. Zum Beispiel wird gezeigt, dass eine Erhöhung der
Arbeitsproduktivität in der Landwirtschaft (durch neue Technologien) nicht
ix notwendigerweise zu einer Reallokation der Arbeit von Fischerei oder
außerlandwirtschaftlicher Beschäftigung zur Landwirtschaft führen würde. Im Gegenteil,
Haushalte würden weniger Arbeit in Landwirtschaft investieren, und stattdessen mehr
Freizeit beanspruchen. Die Wohlfahrtspolitischen Konsequenzen solcher Eingriffe wären
marginal. Im Hinblick auf eine nachhaltige und effektive Nutzung der Fischbestände
wären Maßnahmen, die den außerlandwirtschaftlichen Sektor stärken, wirkungsvoller.
Die Ergebnisse zeigen, dass weniger Arbeit in Fischerei investiert wird, wenn die
Produktivität von außerlandwirtschaftlichen Aktivitäten steigt. Steigende Produktivität
im Fischereisektor würde dagegen Arbeit von landwirtschaftlichen und
außerlandwirtschaftlichen Aktivitäten abziehen.
Bei der Anwendung dieser Ergebnisse sollten Entscheidungsträger in der Politik
beachten, dass verschiedene Produktionssysteme in jeweils unterschiedlicher Weise zur
Reduzierung der Armut beitragen. Zum Beispiel sind Fischer die am wenigsten Armen,
sind jedoch der höchsten saisonalen Variation unterworfen. Auf der anderen Seite sind
Haushalte, die sich vorwiegend im außerlandwirtschaftlichen Sektor betätigen, weniger
von saisonalen Schwankungen abhängig, sind jedoch mit die ärmsten Haushalte in der
Untersuchungsregion.
Im Allgemeinen hat diese Studie bestätigt, dass innerhalb der ruralen
Bevölkerungsgruppen, die von der Inlandsfischerei abhängig sind, Armut immer noch
hoch ist. Armut und Vulnerabilität sind vor allem auf eine unzureichende Ausstattung mit
produktivem Vermögen zurückzuführen, sowie auf die häufigen negativen stochastischen
Ereignisse. Die negativen Auswirkungen von Schocks werden noch durch hohe saisonale
Schwankungen im Einkommen und durch die Unfähigkeit der Haushalte, Einkommen
über das Jahr gleichmäßig zu verteilen, verstärkt. Rurale Entwicklung im
Untersuchungsgebiet sollte daher darauf abzielen, die Vermögensausstattung der
Haushalte zu fördern, die Kapazität der Haushalte stärken um besser mit Schocks
umzugehen, und die innerjährliche Variation im Konsum zu reduzieren. Diese Ziele
könnten durch eine Anzahl effektiver Eingriffe erreicht werden, z.B. technologische
Innovationen, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in trockenen Perioden, Diversifizierung
von Einkommen, Einführung von Kreditvergabeprogrammen die auf die Armen
zugeschnitten sind, Infrastrukturaufbau, sowie die Verbesserung der Marktfunktionalität
auf den Faktor und Outputmärkten. Jedoch sollte ein Mix verschiedener
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